Was ist denn, wenn das Geld plötzlich an Ihnen vorbeifliegt? Weil Sie arbeitslos werden. Weil Ihre Geschäfte nicht mehr so gut laufen. Weil Sie nicht mehr können. Weil Sie ausgebrannt sind. Weil Sie sich vom Ehepartner scheiden lassen und der Unterhalt je nach Sichtweise zu gering oder zu hoch ist. Weil Sie die ganze Tretmühle der Arbeitswelt gründlich satt haben. Oder warum auch immer. Meinen Sie, das könne Ihnen nicht passieren und was soll es schon groß helfen für einen solchen Fall zu sparen? Sie hätten doch immer noch genügend Zeit, wenn so ein Fall mal eintritt. Erst dann verzichten Sie einfach. Auf all das, was Sie nicht mehr so dringend brauchen und es wird schon irgendwie gehen. Natürlich geht das. Aber wie? Fragen Sie doch mal einen Betroffenen! Woher wissen Sie denn, was Sie wirklich brauchen und was das dann kostet? Sie müssen vielleicht genau auf das verzichten, was Sie wirklich dringend benötigen, auf das, was Ihr Leben für Sie persönlich so lebenswert macht, vielleicht nur weil Sie Verträge eingegangen sind, die Sie so schnell nicht kündigen können, oder weil Ihnen ein Finanzpolster fehlt um schwierige Zeiten zu überbrücken oder weil Sie dann nicht wissen, wie Sie sparen sollen, nicht wissen, wo Sie schmerzlos sparen können. Das müssen Sie üben und verinnerlichen, ganz bewusst. Das geht nicht von heute auf morgen. Wenn Ihre Einnahmen zurückgehen, dann werden Sie sehr schnell unglücklich und unzufrieden sein, weil Sie auf all das verzichten müssen, was Sie meinen zu benötigen, auf das was Sie immer schon hatten. Es dauert eine bestimmte Zeit, bis Sie wirklich wissen, was Sie brauchen.
Mittwoch, 8. Juli 2009
Dienstag, 7. Juli 2009
Sparen ist schwerer als Verschwenden
Wenn das Geld jetzt auch immer so reichlich und so problemlos auf Ihre Konten käme und wenn das ganz sicher auch noch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten so wäre, dann wäre natürlich alles ganz einfach. Ist das bei Ihnen etwa nicht so?
Aber genau das ist es doch, was uns die freie Marktwirtschaft vermeintlich verspricht. Wir haben die Grundregel des stetigen Wachstums längst verinnerlicht und stellen sie überhaupt nicht mehr in Frage. Immer neue Bedürfnisse sollen wir haben, immer mehr sollen wir konsumieren und uns allen wird es dann bis in alle Ewigkeit immer besser gehen. Trauen Sie sich noch, das anzuzweifeln? Wir werden als gesamtes Volk sogar regelmäßig öffentlich gerügt, wenn wir sparen und dadurch weniger ausgeben. Die Sparquote sei zu hoch, heißt es. Wir machten den Aufschwung kaputt. Haben Sie das nicht auch schon mal irgendwo gehört? Hören Sie nicht drauf!
Sparen ist nichts Sittenwidriges
Wie fahren Sie auf der Autobahn? Wenn Sie auf der Autobahn ein Schild für Höchstgeschwindigkeit sehen, dann fahren Sie wie schnell? Natürlich Höchstgeschwindigkeit! Mindestens, nicht höchstens. Immer ein bißchen drüber.
Kaum einer macht das anders und wenn, dann behindert er den Verkehr. Wir machen das so beim Autofahren und wir machen das so beim Geldausgeben. Es ist ja so einfach und alle machen es so. Wir haben das Geld, dann geben wir es auch aus!
Raser mögen wir zwar nicht und Überschuldete auch nicht. Aber diejenigen, die sich genau an die Grenze halten und eher etwas langsamer fahren, die behindern doch den Verkehr. Genauso wie Leute die Geld haben, die es aber nicht ausgeben. Das sind Geizhälse und die behindern die gesamte Wirtschaft.
Wir sehen aber nur die Autobahn und nicht die nächste Ausfahrt. Müssen wir denn rasen? Gibt es keine anderen, besseren Wege? Wir glauben fest, dass Sparen etwas Sittenwidriges ist. Ist es nicht! Keine Hemmungen, einfach nur runter von der Autobahn.
